Tarifvertrag baden württemberg dehoga

Das Problem hat eine starke geschlechtsspezifische Dimension, da die Arbeitsmarktpolitik die Beschäftigungsquote durch die Förderung von Teilzeitarbeit und Minijobs für Frauen erhöht hat und die Tarifverhandlungen im von Frauen dominierten Dienstleistungssektor am schwächsten sind. Heute arbeiten 46 % der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, während die Gesamtarbeitszeit der Frauen dem von 1990 entspricht. Betrachtet man die Lohnsätze in frauenberufen, so zahlt sich selbst die übliche Teilzeitarbeit nicht aus, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, und es ist auch kein ausreichendes Arbeitslosengeld und eine ausreichende Altersrente vorgesehen. Eine Politik, die einen schnellen Arbeitsplatzwechsel als Flexicurity-Ansatz erwägt, blendet die Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft aus. Beide Parteien werden zu politischen Fragen auf nationaler Ebene und auf der Ebene der Bundesländer konsultiert: Beide üben aufgrund der Tarifautonomie und ihrer Vertretung in den Organen der Sozialversicherungssysteme und der dualen Berufsausbildung erheblichen Einfluss aus. Die Gewerkschaften haben einen Schwerpunkt auf interne Flexibilität, auf Sicherheitsfragen (am Arbeitsplatz und auf gesellschaftlicher Ebene) und auf die Definition von Flexicurity-Konzepten gelegt, während Arbeitgeberverbände interne und externe Flexibilität und Eigenverantwortung fördern. Der Einfluss der Gewerkschaften auf alle vier Dimensionen hat abgenommen, da die öffentliche Politik mehr Flexibilität und kostensparende Reformen des Sozialversicherungssystems anstrebt. Die Meinungen der Tarifpartner über den so genannten Flexicurity-Ansatz gehen weit auseinander. Beide Parteien kritisieren maßnahmen der öffentlichen Ordnung an Ort und Stelle, die zunehmend vom Einfluss der Arbeitgeberorganisationen geprägt werden. Tarifverhandlungen haben zu verschiedenen Flexicurity-Bestimmungen geführt. Ergebnisse sind jedoch schwer zu erzielen, da Die Sicherheit bei den meisten Arbeitgeberorganisationen nicht auf der Tagesordnung steht. Soziale Probleme häufen sich im privaten Dienstleistungssektor, wo die Tarifverhandlungen am schwächsten sind. Die Gewerkschaften fordern daher mehr Regulierung, was von der Arbeitgeberseite abgelehnt wird.

Da sich interne Umstrukturierungen auf bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern auswirken können, ist ein Tarifvertrag für ältere Arbeitnehmer von Interesse.