Weg zum versailler Vertrag

Der Versailler Vertrag ließ Auch Deutschland in eine überraschend starke geostrategische Position. Durch die Schaffung Polens, der Tschechoslowakei und der baltischen Staaten setzte der Vertrag Pufferstaaten zwischen Deutschland und einem seiner traditionellen Rivalen, Russland. Kämpfe zwischen den neuen Staaten schwächten sie, und die Geographie ihrer neuen Grenzen machte sie schwer zu verteidigen. So entstand Deutschland aus dem Krieg mit kleinen, relativ schwachen Staaten an seiner Ostgrenze. Indem sie sowohl Deutschland als auch die Staaten der Sowjetunion zu Pariastaaten machten, öffneten die Alliierten zudem unbeabsichtigt die Tür für eine Zusammenarbeit zwischen ihnen. So ermöglichte es beispielsweise den 1922 unterzeichneten Vertrag von Rapallo, der alle Missstände der beiden gegeneinander begrub und es Deutschland ermöglichte, neue militärische Ausrüstung in Russland zu testen, weit weg von neugierigen französischen Augen. Es gab auch jedem Staat einen Anreiz, Polen als gegenseitigen Feind zu sehen, zumal die Alliierten Polen weitgehend aus ehemals deutschem und russischem Territorium geschaffen hatten. Deutsche Nationalisten nannten Polen “das Bastardkind von Versailles” und sowjetische Diplomaten bezeichneten es oft als “West-Weißrussland”, um es sogar einen nominellen Platz im neuen Europa zu verwehren. Die Deutschen hatten jedoch an die 14 Punkte geglaubt, weil sie einen Hoffnungsschimmer boten. Deutschland reagierte daher mit Wut und Wut auf die endgültigen Vertragsbedingungen.

Die Alliierten suchten nach deutschen Beamten, die ihre Namen an einem solchen schiefen Vertrag anbringen würden, und riefen sie dann kurzerhand in den majestätischen Spiegelsaal von Versailles für eine kurze und antiklimatische Unterzeichnungszeremonie. Die Deutschen waren nicht die einzigen, die enttäuscht waren. Der französische Marschall Ferdinand Foch, der Mann, der so viel wie jeder andere getan hatte, um den Sieg der Alliierten auf dem Schlachtfeld über dieselben Deutschen zu sichern, protestierte gegen den Vertrag, indem er sich weigerte, an der Unterzeichnungszeremonie teilzunehmen. Foch war der Ansicht, dass der Vertrag nicht genug tue, um die sicherheit Frankreichs und Europas vor einer wieder auflebenden deutschen Bedrohung zu gewährleisten. Auch die chinesische Delegation blieb fern, um gegen die Abtretung wirtschaftlicher Privilegien auf der Shandong-Halbinsel an Japan zu protestieren. Mehrere hochrangige Beamte der Alliierten traten entweder aus Protest gegen die Vertragsbedingungen zurück oder protestierten heftig gegen Teile davon. Einige hielten den Vertrag für zu hart gegenüber Deutschland, andere als zu nachsichtig. Fast alle waren sich jedoch einig, dass die große Herausforderung der Nachkriegsjahre darin bestehen würde, Wege zu finden, Europa auf der Grundlage eines fehlerhaften Vertrags wieder aufzubauen. In geringerem Maße könnte man das auch über das deutsche Verhältnis zu Italien sagen.

Obwohl ein nomineller Sieger im Krieg, kam auch Italien zutiefst unzufrieden mit dem Vertrag davon. Wie die Deutschen wetterte auch die italienische Regierung gegen die Perfidie der Franzosen und Briten. Diese gemeinsame Wut trug dazu bei, die Deutsch-Italienische Zusammenarbeit nach dem Krieg zu legen. Schließlich, weil die meisten deutschen Überseekolonien in den Jahren vor dem Krieg kostspielig zu betreiben waren, ermöglichte ihr Verlust den Deutschen, Ressourcen auf Europa zu konzentrieren. Mit anderen Worten, Deutschland hat es geschafft, aus dem Versailler Vertrag in einer Position hervorzugehen, die ihm viele Möglichkeiten gab, seine Wirtschaft wieder aufzubauen und seine Karten geschickt auszuspielen. Auf historischer und rechtlicher Seite waren die Verträge, die aus der Pariser Friedenskonferenz hervorgingen, nicht härter als der Frankfurter Vertrag, der den Deutsch-Französischen Krieg beendet hatte. Sie waren in der Tat viel nachsichtiger als die Verträge, die Deutschland Russland und Rumänien 1918 auferlegte. Der im März unterzeichnete Vertrag von Brest-Litowsk nahm Polen, Finnland, die baltischen Staaten, die Ukraine und Weißrussland von Russland ab. Mit diesen Gebieten ging fast ein Drittel der russischen Bevölkerung und Ackerland sowie die Hälfte seiner Industrieunternehmen und eine lähmende 89 Prozent seiner Kohleproduktion. Kurz darauf verhängten die Deutschen den Vertrag von Bukarest gegen Rumänien und zwangen die Rumänen, ihre Ölquellen für neunzig Jahre an Deutschland zu verpachten und die Karpatenregion an Österreich-Ungarn und die Dobruja an Bulgarien zu übergeben.